"meine SacheÂźđŸŒ»" HĂąusi, ich und der Frauenkram


Liebend gerne hÀtte ich jetzt einen Bericht von unserem Weg nach Georgien geschrieben. Etwas spannendes, fleissig mit Prachtbildern dokumentiertes.

Vor einem Monat habe ich meinen letzten Beitrag geschrieben und die Aussichten heute sind die gleichen - keine.

Wir bekommen oft die Frage gestellt: "Seid ihr noch nicht wahnsinnig geworden, so sitzen zu bleiben und in dem Camper? Es ist doch zu eng, oder?"

Jein. Eng ist es schon und obwohl wir oft als verrĂŒckt angeschaut werden - wahnsinnig sind wir nicht. Noch nicht. Die "mĂ€nnliche HĂ€lfte" kĂŒmmert sich um sein Buch, trotz der ins Wasser gefallenen Vernissage - es gibt immer einen Weg.

Neustart fĂŒr KĂŒche und Geld

HĂąusi und ich sind ein eingespieltes Duo geworden. Um einige weitere Fragen zu beantworten, nehme ich heute den Frauenkram ins Visier. MĂ€nner sind zum Lesen selbstverstĂ€ndlich herzlich willkommen. (Wer weiss, ob es sogar ein wenig nicht dazu beitrĂ€gt uns Frauen besser zu verstehen.😉)

Der Anlasser fĂŒr Heizung und Boiler befindet sich neben meinem Kopfkissen. Morgens, noch im Halbschlaf, drehe ich an dem Knopf und ein kurzes Summen unter unseren Hintern (ja die Gasflaschen befinden sich im "Keller"), ein Pfuff ertönt, und bald kann ich das Wasser fĂŒr den "Schrottkaffe" kochen. Wenn nicht bereits die "mĂ€nnliche HĂ€lfte" ĂŒber mich aus dem Bett gestiegen ist (Flickflack funktioniert noch nicht) und das Kaffeeritual ĂŒbernommen hat.

Das Kochen als solches ist organisatorisch spannend. Den MenĂŒs werden sind keine Grenzen gesetzt. Bis auf panierte Schnitzel - das Klopfen hĂ€tte die Einrichtung nicht ĂŒberlebt.

Da ich mich beim Kauf vom HĂąusi auf den technischen Teil konzentriert habe, ist mir das Fehlen des Backofens entgangen. Braten oder Omas Kuchen liegen also nicht drin. Aber der KĂŒhlschrank und die Proviantkammer verfĂŒgen ĂŒber viel Platz fĂŒr das Nötigste. Somit sind wir parat.

Parat stehen auch die Reinigungsmittel, respektive die FeuchttĂŒcher und das «SĂ€ugetier» (Ministaubsauger). Ich lache immer, wenn mir jemand sagt, wie cool es sein muss, so schnell aufgerĂ€umt zu haben. Ja, in max. 10 Minuten glĂ€nzt es vom Cockpit bis zum Schlafzimmer. ABER: Dass ein Chaos innerhalb von 3 Minuten entsteht, das können sich nur Wenige vorstellen! Eine RĂŒckkehr vom Wandern bedeutet einen Ausnahmezustand!

Unvorstellbar ist auch, wieviel Stauraum so ein Jumper bietet. Im Estrich befinden sich Schlafsack und Decken fĂŒr das 3. Bett, ebenso die Apotheke, eine Fensterblende und 9 Jacken. Überhaupt finde ich es wichtig, in jeder Lage gepflegt und schick zu sein. Im Bad haben die Schminkutensilien ihren Platz erhalten, obwohl sie beim starken Heizen in den KĂŒhlschrank umziehen mĂŒssen.😏 Starkes Heizen ist nötig, wenn der Waschtag kommt. Ich habe dafĂŒr ein System entwickelt - WĂ€sche aufhĂ€ngen, das Bad fĂŒllen, die Heizung auf Maximum drehen, Dachfenster auf und die TĂŒre zuschieben. Fertig. Der Kamineffekt funktioniert und bald kann ich die KleidungsstĂŒcke in die zugeteilten FĂ€cher versorgen. So viel Platz, dass ich ab und zu ein bestimmtes Teil in der Menge nicht finden kann. Ich bin ausgerĂŒstet und glĂŒcklich, meine Rudeltiere - Schuhe - dabeizuhaben. Zwölf Paar, die im Keller griffbereit versorgt und sogar beheizt werden. Somit kann ich die Fashion-Kombinationen locker umsetzen. Kreativ bin ich geblieben. Dies kann meine neue Handtasche bezeugen. Um das Wasser im Tank aufzufĂŒllen, habe ich ein Schrumpfschlauch ausgewĂ€hlt. Dieser Schlauch befand sich in einer Kunststofftasche, die genau zu meinen Regenstiefeln und einer Jacke passt. Ein Argument an welchem die "mĂ€nnliche HĂ€lfte" nicht rĂŒtteln konnte.

Noch kurz retour zum stillen Örtchen im Bad - es funktioniert hervorragend. Einfach die Knie hast du in der KĂŒche. Tja, damit muss du leben. Und wie ist es, auf der FlĂ€che von einem Quadratmeter zu duschen? Schliess dich in einem

2-TĂŒren-Ikea-Schrank ein und versuche es. Genau so fĂŒhlt sich es an! Herrlich aber, dass wir ĂŒber diesen Luxus verfĂŒgen.

Und ein Keller zu haben, ist auch nicht selbstverstĂ€ndlich. Schade, dass wir auf den Winter zusteuern. So mĂŒssen der Tisch und die Sessel und die grosse Metallschale fĂŒrs Outdoor-Kochen warten. Apropos Ikea: die filigranen Aufbewahrungskörbchen schlucken nicht nur den Schlauch, sondern ebenso eine Unmenge an Material. Landkarten, Schuh-Reiniger, Motoröl, Campingkocher-Set fĂŒr einen Notfall, Kabel, Stromschienen, Batterien und und und.

Sie ertragen aber keinen groben Umgang. Dann mĂŒssen wir den grossen Werkzeugkoffer herauskramen. Ich persönlich komme mit einem PĂ€ckchen Zahnseide und einem Föhn zurecht. Diese haben mir zum Beispiel zusammen mit Nagellackentferner dazu gedient, die Jumper-Buchstaben zu entfernen und «HĂąusi» anzubringen. Zu erwĂ€hnen bleibt, dass ich die Seide zum Schneiden von Kuchen (den ich nicht backen kann 🙄), zum Knopf annĂ€hen, zum Entfernen hĂ€sslicher Klebehaken in der KĂŒche benutzt habe. Zahnseide gehört in jede Frauentasche! Genau wie Kabelbinder, mit welchem ich den Click-Rahmen fĂŒr das Wechselnummernschild unsichtbar befestigt habe.

So, damit ist die HĂąusi-PrĂ€sentation beendet. Und wie gelesen, haben wir keine Leiche im Keller, obwohl es noch Platz hĂ€tte.😉

Noch ein PlĂ€tzchen auf dem Esstisch will ich nutzen fĂŒr etwas praktisches und gleichzeitig HerzwĂ€rmendes: ein Miniaquarium mit einem Kampffisch namens Vitalij darin. Die WasseroberflĂ€che könnte uns jedes Mal bei einem neuem Standort zeigen, ob HĂąusi gerade steht. Und so wĂŒrden mir auch die Pfannen nicht stĂ€ndig vom Herd rutschen. Beim Festfahren, wie vor Kurzem, hĂ€tte der Fisch auch am Wellengang mehr Spass. Mit dieser Idee bin ich bis heute nicht durchgekommen. Weil ich eine Wasserwage dabeihabe!

Uff, wieder so viel geschrieben, obwohl ich am Anfang keinen Plan gehabt habe, was sich heute so ergibt. Also Schluss damit und die Schwarze Maske auftragen - Beauty muss sein. Hibiskus giessen, Kerze anzĂŒnden und den Tisch decken. Heute gibt es KĂ€sefondue. Der HĂąusi bekommt heute eine persönliche Note...





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